Der Glykämische Index ( Glyx ) gibt Aufschluss, wie sich ein kohlenhydrathaltiges Lebensmittel auf den Blutzuckerspiegel auswirkt. Das ist eine wichtige Information. Denn die Höhe des Glykämischen Index eines Lebensmittels sagt u.a. aus, wie sehr die Bauchspeicheldrüse durch dessen Verzehr in Anspruch genommen wird. Je höher der Glyx, desto mehr Insulin muss sie ausschütten. In unseren Lebensmitteln ist nicht nur sehr viel industrieller Zucker verarbeitet. Vor allem findet sich auch Weißmehl in Hülle und Fülle auf unserem Speiseplan. Das Frühstücksbrötchen, die hellen Nudeln in der Kantine zum Mittagessen mit mehlhaltiger Soße, nachmittags ein paar Kekse mit hellem Mehl und abends hellen Reis.
So kommt es zu einer zunehmenden Weißmehlüberflutung, in Kombination mit den Unmengen Zucker, der in vielen Lebensmitteln zu finden ist. Schauen Sie beispielsweise mal auf die Zutatenliste abgepackter Wurstwaren…

Wir konsumieren heute viele Lebensmittel, die einen hohen Glykämischen Index aufweisen. Der industrielle Zucker hat die Eigenschaft, wie alle Kohlenhydrate heller Getreideprodukte den Blutzuckerspiegel schlagartig in die Höhe schießen zu lassen. Folge ist, dass die Bauchspeicheldrüse ebenso schlagartig große Mengen Insulin ausschütten muss, um die Körperzellen zur Aufnahme der Nährstoffe und damit auch des Zuckers zu animieren und so den Blutzuckerspiegel im gesunden Rahmen hält. Dadurch entstehen jedoch extreme Zuckerschwankungen, denn eine weitere Eigenschaft von diesen Zuckern und Kohlenhydraten ist, dass ihre Wirkung schnell verpufft und der Blutzuckerspitze ein niedriger Blutzuckerspiegel folgt. Wir bekommen Heißhunger auf Süßes, der Körper schreit nach Zucker. Dann greifen wir zur Schokolade, die einen hohen Glyx hat und schon schießt der Zuckerspiegel wieder in die Höhe, die Bauchspeicheldrüse muss wieder alles geben.

Da ich dieses Themen für so wichtig halte, habe ich eine Liste erstellt, in der ich den Glutengehalt aber auch den Glyx von ca. 300 Lebensmitteln aufgelistet habe. Diese stelle ich Dirkostenlos zur Verfügung, wenn Du meine „11 Tipps zum Umgang mit Hashimoto“ verstehen bestellt hast.

Dass solch eine Ernährung nicht gesund sein kann, offenbart sich aus der Folge:

Zum einen wird die Bauchspeicheldrüse regelmäßig stark beansprucht und auf Dauer überlastet. Zum anderen steigt die Resistenz der Körperzellen gegenüber Insulin. Die Bauchspeicheldrüse muss dadurch auf Dauer immer mehr leisten, um den Blutzuckerspiegel im „grünen Bereich“ halten zu können. Sie muss schließlich den Insulinausstoß weiter steigern, damit die Körperzellen auf ihre hormonelle Botschaft überhaupt noch reagieren. Irgendwann schafft das die stärkste Bauchspeicheldrüse nicht mehr. Es kommt zur Entzündung, zu einer Schwächung, zur Drosselung der Leistung und schließlich sogar zum Ausfall. Ein Diabetes entsteht.

Der gesteigerte Verzehr von hellen Kohlenhydraten und von Zucker wirkt sich auch negativ auf den Darm aus, verursacht u.a. Darmpilzerkrankungen. Er ist mitverantwortlich für die Zunahme von Adipositas (extremes Übergewicht), und nicht nur in Folge dessen für die Zunahme von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der hohe Zuckeranteil in der Nahrung steht zudem im Verdacht, aus unseren Kindern Zappel-Philippe zu machen, die man dann mit Psychopharmaka wieder ruhig stellt. Auch die Zunahme der von Gluten Unverträglichkeit und Zöliakie lässt sich im gewissen Sinn mit dem gesteigerten Konsum heller Mehle erklären. Weizen enthält am meisten Gluten von allen Getreidesorten. Und Gluten wird mit der Entstehung von Autoimmunerkrankungen direkt in Zusammenhang gebracht. Es macht die Zellwände im Dünndarm für unverträgliche Nahrungspartikel durchlässig. Diese gelangen ins Blut und verursachen bereits im Dünndarm eine Immunreaktion. Chronische Entzündungen und Autoimmunerkrankungen sind die Folge: Nicht nur im Darm, auch in der Schilddrüse, der Haut und im gesamten Körper.

Weg von der Zuckersucht

Würden wir auf Lebensmittel mit hohem Glyx verzichten, uns der Zuckersucht entziehen, wäre das ein großer Schritt in die richtige Richtung. Nicht nur Diabetes könnte sich so verhindern lassen.

Diese Ernährungsumstellung wird möglich, wenn wir dunkle Getreidesorten (Roggen, Dinkel, Emmer), Vollkorn oder Wildreis den hellen Getreiden vorziehen. Auch durch die Nutzung von Superfoods, die ebenso einen niedrigen glykämischen Index aufweisen, lässt sich die Ernährung gesünder gestalten.  Auch der Einsatz von Zucker mit niedrigem glykämischem Index (z.B. Birkenzucker hilft bei der Umstellung und können manche, vermeintlich chronische Krankheit heilen oder aber mindestens unser Wohlbefinden verbessern. Bei Hashimoto gilt es unter amerikanischen Forschern als erwiesen, dass eine komplett glutenfreie Ernährung FÜR IMMER, der erste und wichtigste Schritt in Richtung Heilung bzw. Besserung ist. Auch wenn ich mich wiederhole, diese Information finde ich so wichtig, dass ich mich einfach ab und zu wiederholen MUSS 😉

Damit die Umstellung für Dich lieber Leser einfacher ist, habe ich auf meiner Webseite eine Liste zum kostenlosen download bereit gestellt, die über 400 Lebensmittel auf ihren Glyx, Glutengehalt und Jod untersucht, da inzwischen viele Menschen vegan leben, habe ich das auch mit rein genommen.

Da jeder unserer Körper auf seine eigene Weise funktioniert und geheilt werden will, ist es ganz wichtig, nicht ausschließlich auf Informationen zu setzen, die von außen kommen, sondern auch den Körper selbst zu befragen. Wie das geht? Ganz einfach; zum Beispiel mit Kinesiologie. Ich finde auf diese Art heraus, welche Lebensmittel gut für mich sind und welche ich besser weg lasse oder wenigstens stark einschränke.

Categories: Ernährung bei Hashimoto, Glutenfrei oder nicht?